Fischer - Seefahrer - Rocker? Rückblick auf die Hafenfesttage 2026

Fischer - Seefahrer - Rocker? Rückblick auf die Hafenfesttage 2026

Fischer - Seefahrer - Rocker? Rückblick auf die Hafenfesttage 2026

# Kultur

Fischer - Seefahrer - Rocker? Rückblick auf die Hafenfesttage 2026

Die Heiligenhafener Hafenfesttage sind vorbei. Und damit ging auch eine volle Kirchenwoche zu Ende:

Am 19. Juli war die Eröffnung der "Kirchen Schiffe"-Ausstellung in der Stadtkirche. Warum wurde das Ichthyossymbol, das Fischssymbol zu einem Erkennungszeichen der Christen und Christinnen? Wie sieht eine Schiffslampe aus? Und wie baut man ein Papierboot?

Ein reduzierter Teil der Ausstellung ist die nächsten zwei Wochen weiter in der Kirche zu sehen.

Im "Fischergottesdienst" spielte der Posaunenchor feierlich und stimmte so auf den direkt im Anschluss stattfindenden Hafenfestumzug ein. Dort zogen wir mit einem kleinen Fischerboot mit. In Käschern hatten wir kleine Geschenke: Gummi(tier)fische und Knicklichte. Womit niemand gerechnet hat: Auch Taschentücher als Giveaways waren sehr beliebt - vielleicht etwas für nächstes Jahr?

Als Begleitprogramm der Ausstellung boten wir eine thematische Führung für Kinder im Grundschulalter an, wo die Geschichte der Meeresstillung mit Figuren erzählt wurde, die wir uns aus einer Nordkirchenbibliothek ausgeliehen haben. Für Jugendliche ging es dann um Superhelden, ihre Stärken, Schwächen und was das mit Jesus zu tun haben könnte. Ein Comic der Sturmstillung liegt als Giveaway weiter in der Kirche.

Bei Rock am Kirchberg am 24. und 25. Juli spielten insgesamt 11 Bands. Besonders am Freitag abend wurde es richtig voll, als erst Blunt Break witzigen Punk und dann TILT! talentreichen Rock auf die Bühne brachte. Nachmittags war an beiden Tagen trotz der lauten Musik eine eher entspannte Stimmung: Auf dem Kirchberg kann man sich gut hinsetzen. Es trägt zur guten Atmosphäre des Festivals bei, dass alle Generationen dabei sind, die jungen, die alten, aber eben auch die coolen. Und genauso trägt die reibungslos funktionierende Organisation der Ehrenamtlichen aus Kirche und Stadt dazu bei, vom "Musik-Team" um Georg Rehse und dem "Orga-Team" um Frank Wohnrade.

Und am 26. Juli gingen die Hafenfesttage mit einem Seefahrergottesdienst zu Ende: Bei schön-strömenden Regen auf der Hafenbühne, mit vielen Besucher-innen. Der Tourismusservice (Jakob Sundermeyer und Celina Laatsch) hat sich um uns gekümmert. Die Soundtechnik hat extra Glocken rausgesucht. Markus Bauer hat den Altar geschmückt. Der Frauen Shanty Chor Heiligenhafens, die "schrägen Deerns", sangen 6 Lieder, die von Zuversicht, Hoffnung, Vermissen und auch Glauben handelten (zwischen "My Bonnie" und "Gott muss ein Seemann sein"). Tim Weigardt ließ "Fluch der Karibik" und das Gemeindelied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" erklingen.

Karen Behnk, Magrit Assmann und Carmen Müller haben die Geschichten der Niobe und von Jona gelesen. Die Niobe ist ein Militärübungsschiff, das genau an dem gleichen Tag, dem 26. Juli 1932 vor Fehmarn in der Nähe Heiligenhafens dramatisch versunken ist. Jona erzählt die Geschichte von einem Propheten wider Willen, der bei Sturm im Schiffsbauch schläft. Er wird für den Sturm verantwortlich gemacht uns ins Meer geworfen. Statt zu sterben, überlebt er 3 Tage im Bauch des Wals.

Stephan Aschmann vom Seefahrerverein hielt ein Grußwort. Dessen Kernaussage: Früher hatten die Seefahrer Angst vor dem Meer. Heute müssen sie eher Angst vor den Gefahren haben, die die Menschen bringen - nämlich Krieg. In beiden Fällen kann Glaube helfen, Vertrauen und Zuversicht zu schaffen.

Es war wie eine Fügung: Ein Teil der Besatzung der MS Fehmarn, die dort anlagen, hat auch am Gottesdienst teilgenommen. Ihr Vorgängerfisch war damals dabei, als die Niobe genau am 26. Juli 2026 versunken ist. Und so brachte ein Vertreter die Erinnerungsurkunde aus den 60ern, die bis heute auf dem Schiff verwahrt wird, direkt zum Gottesdienst.

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